Liveticker Iran-Krieg – USA beschuldigen Iran nach Kuwait-Angriff des Waffenstillstandsbruchs

28.05.2026 17:24 Uhr
17:24 Uhr
Axios: USA planen, Seeblockade gegen Iran schrittweise aufzuheben
Der Entwurf eines künftigen Friedensabkommens zwischen den USA und Iran verpflichtet Teheran, innerhalb von 30 Tagen alle Minen aus der Straße von Hormus zu räumen, im Gegenzug wird Washington die Seeblockade schrittweise aufheben. Das behauptet das US-Nachrichtenportal Axios am Donnerstag unter Berufung auf namentlich nicht genannte US-Beamte.
Nach Angaben der Publikation soll die Schifffahrt durch die Meerenge im Falle einer endgültigen Billigung des Vertragsentwurfs durch Präsident Donald Trump "ohne Einschränkungen" erfolgen. Laut den Quellen des Portals bedeutet dies, dass keine Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen erhoben werden und Teheran verpflichtet ist, alle Minen innerhalb eines Monats aus der Meerenge zu entfernen.
Laut Axios werden die USA als Reaktion darauf damit beginnen, die Seeblockade gegen Iran aufzuheben, wobei dies in einem Tempo geschehen soll, das "der Wiederaufnahme des kommerziellen Schiffsverkehrs entspricht".
17:04 Uhr
Mearsheimer: "Die USA haben diesen Krieg verloren"
Bei den Munk Debates, Kanadas renommierter Debattenreihe zu globalen Themen, hat der US-amerikanische Politikwissenschaftler John Mearsheimer klare Worte über den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und Israels gegen Iran gefunden, als er sagte, dass "die Vereinigten Staaten diesen Krieg verloren haben".
Ferner argumentierte Mearsheimer, dass "Iran sich letztendlich als die katastrophalste außenpolitische Entscheidung in der Militärgeschichte der USA erweisen wird".
Ex-US-Vizeaußenministerin Victoria Nuland stellte sich zwar beim Thema Iran-Krieg weniger als Hardlinerin dar als im Konflikt mit Russland, bestärkte aber letztendlich das universelle Motto der parteiübergreifenden US-Außenpolitik. Sie sagte, dass "Iran niemals Atomwaffen besitzen darf, und unter den Mullahs und der Islamischen Revolutionsgarde ein inakzeptables Risiko für die Region, für die Freiheit der Schifffahrt, für die USA, für Kanada sowie für den weltweiten Frieden und die Sicherheit darstellt".
"Wir befinden uns in einem verlorenen Krieg. Und letzten Endes haben wir den Iranern mehr Anreize denn je gegeben, Atomwaffen zu erwerben", schlussfolgerte hingegen der Politologe.
Das Thema lautete: "Be it resolved, don't go hunting monsters" ("Das muss geklärt werden: Geht nicht auf Monsterjagd"). Dies bezog sich auf ein berühmtes Zitat des US-Präsidenten John Quincy Adams aus dem Jahr 1821 zur US-Außenpolitik und -Intervention.
17:00 Uhr
US-Senator: Trump begeht einen Fehler nach dem anderen
Die Drohung von US-Präsident Donald Trump, Oman "in die Luft zu jagen", sei "nur ein weiteres Zeichen dafür, warum dieser Krieg aus dem Ruder gelaufen ist", schrieb Senator Chris Murphy (Demokraten) aus Connecticut am Donnerstag auf X. Das Weiße Haus befinde sich in einem Zustand permanenter Panik und machte "einen Fehler nach dem anderen".
The threat to “blow up” Oman, a U.S. ally and key intermediary in talks with Iran, is just one more sign of why this war has gone off the rails.
— Chris Murphy 🟧 (@ChrisMurphyCT) May 28, 2026
They are in constant panic mode, making mistake after mistake. https://t.co/W6w7Y4WiXLTrump hatte am Mittwoch im öffentlichen Teil einer Kabinettssitzung Folgendes gesagt:
"Entweder verhält sich Oman wie alle anderen auch, oder wir müssen sie in die Luft jagen. Das ist ihnen klar."
16:10 Uhr
Chamenei: USA und Israel wollen Iran in die Knie zwingen
Der iranische Oberste Führer Modschtaba Chamenei betonte in seiner neuen Botschaft zum Jahrestag der Eröffnung des iranischen Parlaments, dass die Einheit der Nation der wichtigste Faktor für die Niederlage der Feinde (USA und Israel) sei.
Er hat den Vereinigten Staaten und Israel vorgeworfen, die Islamische Republik niederringen zu wollen. "Der blinde Plan des Feindes besteht darin, nach dem aufgezwungenen Krieg, dem wirtschaftlichen Druck und der politischen und propagandistischen Belagerung Spaltungen und Zerfall zu schüren, um militärische Niederlagen auszugleichen und die Nation in die Knie zu zwingen", erklärte Irans Führer Chamenei in einer am Donnerstag im Staatsfernsehen verlesenen schriftlichen Botschaft.
In seiner Botschaft rief er die Iraner zudem zu Einheit und Zusammenhalt auf. Chamenei hatte die Nachfolge seines Vaters Ali Chamenei angetreten, der am 28. Februar, dem ersten Tag der Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels auf Iran, ermordet worden war. Teheran reagierte darauf mit Vergeltungsangriffen in der gesamten Region.
Der junge Chamenei wurde bei den Angriffen nach iranischen Angaben selbst verletzt und trat seitdem nicht mehr öffentlich auf.
Leader of the Islamic Revolution, Ayatollah Seyyed Mojtaba Khamenei, issued a statement on the occasion of the anniversary of the Islamic Consultative Assembly's founding and the third year of the 12th Parliament's term. pic.twitter.com/Ifn2CRjU6b
— Press TV 🔻 (@PressTV) May 28, 202615:15 Uhr
Russland mahnt USA und Iran zur Deeskalation
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa hat die USA und Iran aufgefordert, den Dialog fortzusetzen und eine Rückkehr zum Krieg zu vermeiden.
Sacharowa erklärte zudem, Russland sei weiterhin bereit, beim Abtransport angereicherten Urans aus Iran zu helfen. Moskau wolle seine Initiative jedoch "niemandem aufzwingen".
US-Präsident Donald Trump betonte unterdessen, die Vereinigten Staaten würden nicht zulassen, dass Iran seinen Bestand an hoch angereichertem Uran behält.
Der Umgang mit den geschätzt 440 Kilogramm auf 60 Prozent angereicherten Urans gilt derzeit als einer der zentralen Streitpunkte in den laufenden Verhandlungen über ein mögliches Friedensabkommen.
14:50 Uhr
Trump drängt Golfstaaten zu Israel-Deal
US-Präsident Donald Trump drängt laut einem Bericht der New York Times auf eine Ausweitung der Abraham-Abkommen im Zuge möglicher Verhandlungen mit Iran. Demnach fordert Trump, dass Saudi-Arabien und Katar ihre Beziehungen zu Israel normalisieren und den Abkommen beitreten.
Zugleich verschärfte Trump zuletzt den Ton gegenüber regionalen Verbündeten: Im Streit um die Kontrolle der Straße von Hormus drohte er Oman offen und erklärte, die Golfstaaten "schuldeten" den USA ihre Unterstützung.
Kritiker werfen Trump vor, die Verantwortung für die eskalierende Lage zunehmend auf die Staaten der Golfregion abzuwälzen, während die Gespräche mit Iran weiter stocken.
Der Nahostexperte Vali Nasr schlussfolgert zu Trumps neuer Position, die Drohung gegen Oman sowie die Forderung an Saudi-Arabien und Katar, den Abraham-Abkommen beizutreten, deuteten darauf hin, dass Trump im Konflikt mit Iran zunehmend die Kontrolle verliere. Statt selbst Verantwortung zu übernehmen, versuche er nun, den Druck auf die Verbündeten am Golf abzuwälzen.
14:20 Uhr
Israels Militär bombardiert Beirut
Das israelische Militär hat eigenen Angaben zufolge einen Luftangriff auf die libanesische Hauptstadt Beirut durchgeführt. Berichten zufolge traf der Angriff ein Wohngebäude in der Nähe des Stadtteils Choueifat. Bilder zeigten dichten Rauch über dem Gebiet.
Israelische Medien berichteten, Ziel des Angriffs sei der Leiter einer Hisbollah-Raketeneinheit, Ali al-Husseini, gewesen. Es war der erste Angriff auf die südlichen Vororte Beiruts, bekannt als Dahieh, seit dem 6. Mai.
Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge in den vergangenen 24 Stunden 135 Ziele der Hisbollah bei intensiven Luftangriffen im Süden des Libanon attackiert.
Darunter seien etwa zehn "Raketenabschussanlagen" gewesen, die laut Militär von der Hisbollah für Angriffe auf Israel genutzt worden seien. Diese Ziele seien in den Regionen Bekaa und Südlibanon getroffen worden. Zudem sei ein Ausbildungslager angegriffen worden.
In einer weiteren Mitteilung erklärte das Militär, auch 15 Infrastrukturziele in der Stadt Tyros getroffen zu haben. Außerdem sei eine "terroristische Zelle" ausgeschaltet worden, während deren Mitglieder ein Startgelände verließen, das der Hisbollah zugeschrieben werde.
Israel targeted the commander of Hezbollah's missile unit, identified as Ali al-Hisini. https://t.co/GYhYnYNGcS
— Clash Report (@clashreport) May 28, 202614:00 Uhr
USA beschuldigen Iran nach Kuwait-Angriff des Waffenstillstandsbruchs
Das US-Zentralkommando United States Central Command (CENTCOM) hat Iran einen eklatante Verletzung des Waffenstillstands vorgeworfen und den jüngsten Angriff im Umfeld der Straße von Hormus scharf verurteilt.
Das CENTCOM erklärte, iranische Kräfte hätten fünf sogenannte "one-way attack drones" gestartet, die eine Bedrohung im Bereich der Meerenge dargestellt hätten. Die US-Streitkräfte hätten diese Drohnen erfolgreich abgefangen und zudem verhindert, dass eine sechste Drohne von einem iranischen Bodenstandort in Bandar Abbas gestartet werde.
Darüber hinaus sei eine ballistische Rakete aus Iran auf Kuwait abgefeuert worden, die jedoch von kuwaitischen Streitkräften abgefangen worden sei. Dies stellt laut dem CENTCOM einen schweren Bruch der Waffenruhe dar.
Zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtet, die USA hätten ihrerseits einen Militärstandort im Süden Irans angegriffen.
At 10:17 p.m. ET on May 27, Iran launched a ballistic missile toward Kuwait that was successfully intercepted by Kuwaiti forces. This egregious ceasefire violation by the Iranian regime occurred hours after Iranian forces launched five one-way attack drones that posed a clear…
— U.S. Central Command (@CENTCOM) May 28, 202613:25 Uhr
IRGC: 26 Schiffe passieren Straße von Hormus mit Genehmigung
Die Marine der iranischen Revolutionsgarde (IRGC) hat nach eigenen Angaben mitgeteilt, dass in den vergangenen 24 Stunden 26 Handelsschiffe und Tanker die Straße von Hormus mit ausdrücklicher Genehmigung der IRGC passiert hätten.
Demnach seien mehrere Schiffe, die ohne Erlaubnis und mit deaktivierten Navigationssystemen in die Meerenge einfahren wollten, gestoppt oder zur Umkehr gezwungen worden.
Zudem hat die IRGC erklärt, ein US-Angriff in der Nähe des Flughafens Bandar Abbas habe "keinen Schaden" verursacht. Als Reaktion habe man eine US-Basis angegriffen, von der der ursprüngliche Schlag ausgegangen sei.
13:00 Uhr
Aktienmärkte in Asien geben nach US-Iran-Eskalation nach
Die Aktienmärkte in Asien sind nach dem erneuten Schlagabtausch zwischen den USA und Iran von zuvor erreichten Rekordständen zurückgefallen. Hintergrund sind neue geopolitische Spannungen, die die Risikofreude der Anleger deutlich dämpften.
Der MSCI-Index für asiatische Schwellenländer verlor im Handelsverlauf mehr als zwei Prozent und verzeichnete damit den schwächsten Tag seit über einer Woche. Auch einzelne Leitindizes standen unter Druck: Der Straits Times Index in Singapur gab um rund 0,7 Prozent nach, während Börsen in Thailand und den Philippinen zwischen einem und 1,8 Prozent verloren.
"Die Märkte waren zu schnell gestiegen und hatten geopolitischen Optimismus eingepreist. Nun werden diese Positionen teilweise wieder abgebaut, während Anleger auf konkrete diplomatische Fortschritte statt auf spekulative Schlagzeilen warten", sagte Fakhrul Fulvian, Chefökonom bei Trimegah Sekuritas Indonesia.
Auch die asiatischen Währungen gerieten unter Druck: Der US-Dollar-Index stieg auf ein Wochenhoch, da die Hoffnung auf eine rasche Konfliktlösung weiter schwindet.
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